Ost

Im Osten gab es sportliches zu berichten – denn im Abstiegskampf der zweiten Liga Ost gab es eine Vorentscheidung: Der Berliner SC muss nach dem sang- und klanglosen0:146 gegen den Spitzenreiter und Lokalrivalen Berlin Grizzlies wohl den Weg in die Drittklassigkeit antreten. Denn zeitgleich kam der direkte Konkurrent USV Jena unweit in der Jungfernheide zu einem überraschenden 30:29 Auswärtssieg über die Zweitvertretung des Berliner RCs. Für den einzigen Thüringer Vertreter in der zweiten Liga war dies ein absoluter Big Point. Durch die vier gelegten Versuche konnte der studentisch geprägte Verein gar mit der maximalen Punkteausbeute mit zurück an die Saale fahren. Dabei verliefen die letzten Minuten auf Messers Schneide: Jena musste die Schlussphase mit einer gelben Karte sowie einer Verletzung in doppelter Unterzahl bestreiten, behielt den hauchdünnen Vorsprung aber bis zum Schlusspfiff.

Für die Berlin Grizzlies war der Sieg gegen den Berliner SC der erfolgreiche Einstand vom neuen Coach James Brennan. Bei vier ausstehenden Spielen und elf Punkten Vorsprung steht es sehr gut um die Chancen der Grizzlies. Verfolger Rugbyunion Hohen Neuendorf jedoch hielt mit dem 24:7 Auswärtssieg in Dresden den Abstand. Bis zur Halbzeit war das Spiel beim Stand von 7:12 noch ausgeglichen, doch der Bundesliga-Absteiger sicherte sich in Hälfte zwei mit zwei weiteren Versuchen den so wichtigen Bonuspunkt. Damit steht die RU weiterhin in einer guten Position um zumindest als Zweiter in die Playoffs einzuziehen.

 

Westen

Es war das im Westen lange antizipierte Spitzenspiel um die Tabellenführung. Bundesliga-Absteiger ASV Köln empfing den ambitionierten Spitzenreiter vom RC Aachen. Es ging um die Frage wer sich die beste Ausgangslage für die anstehenden Playoffs sichern würde. Köln brannte auf Revanche für die knappe Last-Minute-Niederlage in der Hinrunde und legte los wie die Feuerwehr. Das Heimteam, unterstützt von rund 250 Zuschauern, belagerte die Aachener Linie in der Anfangsphase und konnte nach mehreren Sturmphasen an der Linie über Außendreiviertel Blasek zum ersten Versuch kommen. Doch der Aachener Gast zeigte sich keineswegs geschockt hielt in den folgenden Minuten und setzte den ASV unter Druck. Nach mehreren gescheiterten Versuchen aus kurzer Distanz kamen die Männer vom Dreiländereck per Paket zu ihrem ersten Versuch. Köln hatte sich zuvor durch eine gelbe Karte von Gedrängehalb Izuzquiza selbst geschwächt. Immer öfter kassierte der ASV nun Straftritte und Aachen sollte einen dieser über seinen gut aufgelegten Kicker Alexander Mertens zum 5:10 Halbzeitstand nutzen.

In Hälfte startete Köln erneut stärker und erzielte über Verbinder Gerlach den 8:10 Anschluss per Straftritt. Einmal mehr jedoch schwächte sich der Gastgeber selbst und kassierte eine gelbe Karte wegen eines zu hoch angesetzten Tacklings. Aachen bedankte sich in Form des zweiten Versuchs nach einem schönen Spielzug über die Dreiviertelreihe zum 8:17. Was nun folgte war mehr und mehr Aggressivität, die nach einer Rangelei ihren Höhepunkt in einer gelben Karte für den Gastgeber, sowie einer roten Karte für den Gast mündete. Doch wer glaubte Köln würde dies noch einmal Auftrieb verleihen sah sich getäuscht. Erneut konnte Aachen über einen Straftritt zu einer Gasse und daraus resultierend ein Fünf-Meter-Paket über die Linie schieben und erzielte mit dem 8:24 die Vorentscheidung da sich Verbinder Mertens erneut nicht zwei Mal bitten ließ. Der späte zweite Versuch des ASV zum 13:24 änderte nichts mehr am verdienten Sieg der Aachener, die als Mannschaft besser auftraten und trotz der roten Karte insgesamt disziplinierter aufgetreten waren. Aachen dürfte nun gegen Schlusslicht Münster keine größeren Probleme haben seine Top-Position zu sichern, während dem ASV das schwere Auswärtsspiel gegen Darmstadt bevorsteht. Immerhin hatten die Hessen in der Vorwoche noch in Aachen gegen einen ersatzgeschwächte RCA siegen können.

Im zweiten Spiel der Weststaffel der zweiten Liga sicherte sich die TG75 Darmstadt mit einem souveränen 31:19 Sieg über dieDüsseldorfer Dragons den Anschluss an die Spitzengruppe. Mit nunmehr sechs Punkten Rückstand auf den momentanen Zweiten Hausen bei noch drei ausstehenden Spielen, darunter das direkte Duell gegen den Dritten Köln und den zweiten Hausen, kann man im äußersten Süden Hessens auf einen Playoff-Einzug hoffen. Darmstadt hatte bei bestem Wetter die Gäste aus der NRW-Landeshauptstadt von Beginn an tief in deren Hälfte eingeschnürt und sowohl über den starken Sturm, als auch über die schnellen Außen zu Punkten kommen können. Nach einer knappen halben Stunde hatte Darmstadt den Offensiv-Bonus sicher und lag 26:0 in Front. Es drohte eine mächtige Schlappe für Düsseldorf, doch bis zur Pause konnten die Dragons den Spielstand immerhin halten. In Hälfte zwei kam der Gast dann mit zwei Versuchen in schneller Folge noch einmal auf. Doch mit dem fünften Versuch konnte Darmstadt zwanzig Minuten vor Ende das Ergebnis endgültig sichern. Mit dem letzten Düsseldorfer Versuch kam bei den Gästen noch ein Mal die Hoffnung auf gleich zwei Bonuspunkte auf, doch den Dragons gelang es nicht noch einmal die Linie der Darmstädter zu überqueren und müssen nun in Hausen punkten um mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Darmstadt hingegen wird im direkten Duell mit den Kölnern eine letzte Chance haben ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

Süd

Das Spitzenspiel der zweiten Liga Süd zwischen dem bisherigen Tabellenführer RC Rottweil und dem Dritten StuSta Münchenmusste aufgrund von schlechten Platzverhältnissen verlegt werden. Lachender Dritter war Verfolger Neckarsulm – die NSU sicherte sich mit einem 55:16 Kantersieg gegen überforderte Karlsruher vorerst die Tabellenführung. Nachdem die Unterländer in dieser Rückrunde bereits Rottweil und StuSta geschlagen hatten, kann man durchaus von einer verdienten Tabellenführung der Blau-Schwarzen sprechen. Dabei startete der haushohe Favorit gegen den Aufsteiger seltsam gehemmt und lag nach der ersten Hälfte „nur“ mit 19:8 vorne. Trainer Kuhlmanns beendete seine Halbzeit-Ansprache mit dem Fazit „das ist peinlich, was ihr hier abliefert“ und tatsächlich sollten seine Spieler nun eine beeindruckende Reaktion zeigen. Innerhalb von nur fünfzehn Minuten entschied der Favorit mit gleich fünf Versuchen die Partie. Besonders Außendreiviertel Patrick Murphy tat sich hervor und steuerte insgesamt gleich vier Versuche zum Kantersieg bei. Damit kann Rottweil nun in der kommenden Woche bei Schlusslicht Regensburg antreten und seine Position festigen, bevor Rottweil beim Nachholspiel gegen München nachziehen wird können. Karlsruhe hingegen empfängt am kommenden Wochenende den Vorletzten StuSta München.

Dass man beim Vorletzten Karlsruhe weiterhin keine allzu großen Abstiegssorgen hegen muss, liegt an der Tatsache, dass Schlusslicht Regensburg eine weitere Schlappe hinnehmen musste. Gegen den Heidelberger TV unterlagen die Oberpfälzer mit 13:55 auf fremdem Platz. Regensburg hat damit weiterhin acht Punkte Rückstand auf den Vorletzten Karlsruhe und gegen die momentan formstarken Neckarsulm dürfte sich daran nichts ändern. Der HTV hingegen steht als Vierter gut da und hat sowohl nach oben, als auch nach unten einen ordentlichen Puffer. Eindrucksvoll zurückgemeldet hat sich dagegen derMünchen RFC – die Enttäuschung der Hinrunde schlechthin trat mit lediglich 16 Spielern bei der Zweitvertretung des TSV Handschuhsheim an. Doch die 16 himmelblauen Münchener lieferten das Spiel ihres Lebens ab! Mit 81:8 nahm der RFC die Junglöwen auseinander. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase in der der TSV einen 0:3 Rückstand wettmachen konnte, übernahm München mehr und mehr die Kontrolle. Vor allem bei den Standards waren die Gäste überlegen. RCF-Gedrängehalb Antoine Miguet und Verbinder Peter Morris steuerten das Spiel gekonnt, wobei Morris selbst vier Versuche beitragen sollte und so sicherte sich München noch vor der Pause den Offensiv-Bonus. In Hälfte zwei konnten die Gäste ihre Spielfreude dann vollends ausleben und punkteten bereits nach 30 Sekunden und von da an bis zum Schlusspfiff im Minutentakt. In der bayerischen Landeshauptstadt sollten damit die allergrößten Abstiegssorgen der Vergangenheit angehören, bevor man in der kommenden Woche Spitzenklub Rottweil empfängt. Derweil wird sich die Zweite des TSV bis zum Heidelberger Derby gegen den TSV deutlich steigern müssen.

 

Am kommenden Samstag geht es gegen Dresden und wir werden sehen, ob die Grizzlies an diesen Erfolg anknüpfen können.

 

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